2.1.1 Phasen der Unternehmensgründung
a) Problemstellung (mit Tests)
Der Schritt in die Selbstständigkeit birgt nicht nur große Risiken in sich, er eröffnet auch Chancen, und nur wenn die mit diesen Chancen verbundenen Motiven stark genug ausgeprägt sind, lohnt es sich, eine Existenzgründung ernsthaft ins Auge zu fassen.
Dennoch gilt; „Gut Ding will Weile haben!“ Ein überstürzter „Sprung in die Selbstständigkeit“ nützt keinem. Eine gründliche Vorbereitung eines solchen Schritts wird sich letztlich immer auszahlen. Was dabei im Einzelnen zu beachten ist, wird in diesem Kapitel mit Bezugnahme und Hinweis auf weitere Quellen dargestellt.
Zuvor wieder einige Einstiegsfragen.
b) Typische Phasen der Existenzgründung
Die Phasen der Existenzgründung werden in den verschiedenen Quellen (Literatur, Angaben in Internet-Präsenzen) nach Anzahl und Benennung unterschiedlich dargestellt und interpretiert.1
In Auswertung dieser Quellen sowie eigener Erfahrungen in der Existenzgründung erscheint es sachlich begründet, insgesamt 6 Phasen im Gründungs- und Startprozess einer selbstständigen Tätigkeit zu unterscheiden und dabei sichtbar zu machen, welche „Schicksale“ mit diesen Phasen verbunden sind.
Die nachfolgende Abbildung zeigt dies zunächst in einem Überblick. Danach werden hierzu Detailerläuterungen vorgenommen.

c) Erste Erläuterungen zu den Phasen der Existenzgründung
Aus der oben stehende Abbildung soll zunächst entnommen werden, dass jede einzelne Phase mindestens einen „Input“ und logischerweise auch mindestens einen „Output“ hat, wobei ferner hervorgehoben werden muss, dass nach jeder der ersten fünf Phasen eine eingehende Prüfung dahingehend vorzunehmen ist, ob es die Ergebnisse der jeweiligen Phase (= „Output“) rechtfertigen, die nächste Phase in Angriff zu nehmen oder ob – aus welchen Gründen auch immer – der „Traum von einer erfolgreichen Selbstständigkeit“ aufgegeben werden sollte oder aufgegeben werden muss („Stop“!).
Der „Input“ der ersten Phase (Orientierungsphase) ist ein motiviertes „Ich will (oder ich muss) es versuchen!“.
In dieser Phase geht es vor allem um Vorklärungen. Dazu gehört unabdingbar die Selbstprüfung des Gründungswilligen. Wegleitend hierfür sind solche Fragen wie
- Was ändert sich im Leben des Gründers, worauf lässt er sich ein?
- Welche Chancen und Risiken sind mit einer Selbständigkeit verbunden?
- Welche Dimensionen der Unabhängigkeit und Abhängigkeit gibt es für einen Unternehmer?
- Welche persönlichen und fachlichen Voraussetzungen sind nötig?
- Welche sonstigen Anforderungen werden an einen Unternehmer gestellt?
Zu den Vorklärungen gehört ferner eine Vorentscheidung zum grundlegenden Weg in die Selbstständigkeit. Orientierungen hierfür geben solche Fragen wie
- Welcher Weg in die Selbstständigkeit kommt in Frage (Gewerblich: Neugründung, Franchising, Unternehmensnachfolge u. a. oder freiberufliche Tätigkeit)?
- Welche rechtlichen Voraussetzungen sind hierbei zu beachten (Berufs- und Gewerberecht u. a.)?
- Wo und wie erhält der Gründungswillige detaillierte Informationen und konkrete Unterstützung?
- Kommt eine Gründung allein oder im Team in Frage?
- Was kann der Gründungswillige einbringen (fachliches Know-how, finanzielle Mittel, Immobilie u. a.)?
Erst wenn sich nach eingehender Prüfung der Ergebnisse dieser Vorklärungen ein eindeutiges „Okay“ ergibt, sollte der Übergang zur zweiten Phase, der Konzeptionsphase (mit Detaillierung der Geschäftsidee und Erstellen eines Businessplanes) vorgenommen werden.
Beim Übergang von der dritten Phase (Entscheidungsphase) zur vierten Phase (Umsetzungsphase) ist zu beachten, dass damit ein „Point-of-no-Return“) überschritten wird, das heißt, mit der Umsetzungsphase wird es „ernst“:
Ein „Zurück“ zur Ideenfindung, zu Vorklärungen und dergleichen ist – im Unterschied zu den ersten drei Phasen – nun nicht mehr möglich!
2.1.2 Bedeutung der Nachgründungsphase
Einordnung
Ausgangspunkt: Die Umsetzungsphase im Prozess der Existenzgründung sei gelungen. Es gibt erste Aufträge, der Kreislauf des Umsatzprozesses ist in Gang gekommen, das „Geschäft läuft“ erst einmal.
Wichtig ist aber, dass der oder die Gründer nicht „sorglos“ werden, denn „allemal und überhaupt, kommt es anders als man glaubt“ [Busch].
Unternehmensgründer sollten daher stets kritisch hinterfragen, ob sie in Bezug auf den Markt, in Bezug auf die Erwartungen der Kunden sowie auch in Bezug auf die nüchterne Bewertung der erreichten finanziellen Ergebnisse „auf dem richtigen Weg“ sind.
Dies bedeutet, ein umfassendes Unternehmenscontrolling durchzuführen und zu prüfen, in welcher Hinsicht gegebenenfalls ein „Nachjustieren“ von Prozessabläufen, Marketing-Aktivitäten und dgl. erforderlich ist.
Hauptziel einer solchen Überprüfung sollte sein, eine stabile Kundenbindung zu erreichen und die Kundenzufriedenheit zu festigen bzw. zu verbessern (siehe Bild 2.02).









