Phase 4: Kapitalwandlung (Einführung)
7.1.1 Inhalt, Aufgaben
a) Problemstellung (mit Tests)
Das Erstellen von Produkten kann in einem neu gegründeten Unternehmen durchaus mit beachtlicher Effizienz gelingen, dennoch: Ohne eine kostendeckende und gewinnbringende marktliche Verwertung der erstellten Produkte „ist letztlich alles … Nichts„!
Hinzu kommt:
Nur jene Kunden, die mit den erworbenen Produkten des Unternehmens zufrieden sind, bleiben Kunden (und führen zu neuen Kunden)! Daher kommt dem Marketing, der zielgerichteten Marktforschung sowie einem effizienten Absatz und Vertrieb der Produkte eine ganz zentrale Bedeutung in den Geschäftsaktivitäten eines jungen Unternehmen zu.
Zuvor wieder einige Einstiegsfragen.
b) Inhalt der Phase der Kapitalwandlung
Die in Phase 3 erstellten Produkte dienen – wie mehrfach hervorgehoben – vom Grundsatz her der Fremdbedarfsdeckung.
Das heißt, die betreffenden Güter werden entweder direkt im Auftrage eines Kunden hergestellt bzw. erbracht oder es ist Aufgabe des Absatzes, für die fertig gestellten Erzeugnisse erst interessierte Kunden zu gewinnen, der bereit ist, die Produkte zum angebotenen Preis entgeltlich zu erwerben.
Dies führt uns in die Phase 4, die Phase der Kapitalwandlung, die inhaltlich als Leistungsverwertung zu charakterisieren ist.
Gegenstand und Inhalt der Phase der Kapitalwandlung ist der Gesamtprozess der vorbereitenden und ausführenden Tätigkeiten zur entgeltlichen Verwertung der vom Unternehmen erstellten Produkte auf Absatzmärkten.
Dem betriebswirtschaftlichen Inhalt nach ist Leistungsverwertung ein Prozess der Wandlung des in den Produkten (= Ertragsgüter) gebundenen Kapitals in Erlöse aus Umsatz:
Der in einem erstellten Produkt verkörperte Wert, welcher im berechneten Preis seinen Geldausdruck findet, wandelt sich in „Cash“ (bei Sofort-Zahlung) bzw. in eine „Forderung aus Lieferung und Leistung“ (bei Zuerkennung eines Zahlungsziels beim Begleichen der Rechnung) um.

c) Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kapitalwandlung
Eine erfolgreiche Kapitalwandlung gelingt – vom Grundsatz her – dann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
- Das betreffende Unternehmen bietet Produkte (Sachgüter, Dienstleistungen und dgl.) an, für die auf den Zielmärkten tatsächlich auch Nachfrage besteht.
- Die hergestellten bzw. angebotenen Produkte entsprechen den Qualitätsanforderungen der Kunden, und zwar in Bezug auf Gebrauchseigenschaften, Design, Preis, Lieferzeit, angebotenen Service und dgl.
- Die betreffenden Kunden sind bereit und finanziell auch in der Lage, die vereinbarten Preise für die angebotenen Produkte entsprechend den Liefer- und Zahlungsbedingungen zu begleichen.
- Die erzielten Preise decken produkt- bzw. auftragsbezogen die kalkulierten Selbstkosten des Unternehmens und erlauben darüber hinaus die Erwirtschaftung eines Gewinns.
Sind diese Voraussetzungen bzw. Gegebenheiten erfüllt, kann der alles entscheidende Formwandel im Kreislauf des Umsatzprozesses vollzogen werden:
Das in den erstellten Produkten sachlich „gebundene Kapital“ wird in „Erlöse aus Umsatz“ gewandelt und diese Erlöse führen für das Unternehmen zu jenen Erträgen, die eine Fortsetzung des in Gang gesetzten Geschäftsbetriebes erlauben.
Dabei ist es zunächst unerheblich, ob die Leistungserstellung im Auftrag eines Kunden erfolgte oder mit freiwilliger Übernahme des Marktrisikos (ohne einen konkreten Kundenauftrag) in Gang gesetzt wurde:
Es bleibt immer die Frage offen, ob der auftraggebende Kunde oder der spätere Käufer eines Produkts mit dem fertig gestellten bzw. angebotenen Produkten sachlich zufrieden und somit bereit ist, den vereinbarten bzw. verlangten Preis zu zahlen oder ob es ggf. Beanstandungen gibt, die zum Anlass genommen werden, um eine Preisminderung zu erreichen oder gar vom Kaufvertrag zurückzutreten.
Aus diesen Hinweisen soll deutlich werden, dass es in der Phase der Kapitalwandlung nicht schlechthin darum geht, das im jeweiligen Produkt gebundene Kapital wieder zu „Cash“ zu machen, sondern dass das Bestreben der Unternehmen (als Anbieter bzw. Verkäufer) dahin gehen muss, durch Sicherung einer hohen Kundenzufriedenheit ein für die Fortführung des eigenen Geschäftsbetriebes stabiles Umsatzgeschäft zu gestalten
.

7.1.1 Inhalt, Aufgaben
a) Besonderheiten bei Wartungs- und Reparaturarbeiten an Autos
Das Besondere im Unternehmensprofil der Fa. E-Car-Services Max Muster e. K. besteht darin, dass das Marktrisiko nicht beim Verkauf erstellter Produkte auf Zielmärkten, sondern in der Nachfrage nach den vom Unternehmer angebotenen Dienstleistungen besteht, denn:
Ist ein Kunde mit seinem Auto erst einmal in der Werkstatt, ist das Schwierigste überstanden, denn nun kommt es „nur“ noch darauf an, die vom Kunden gewünschte Leistung qualitätsgerecht und zu einem „bezahlbaren“ Preis auszuführen.
Aber nur dann, wenn der Kunde mit der Ausführung der Leistung zufrieden ist und die gestellte Rechnung begleicht, ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht die wichtigste Phase im Umsatzprozess, die Phase der Kapitalwandlung vollzogen:
Der in der erbrachten Leistung verkörperte Wert, welcher im berechneten Preis für die Leistung seinen Geldausdruck findet, wandelt sich in „Cash“ (bei Sofort-Zahlung) bzw. – auch im hier betrachteten Fallbeispiel (als Ausnahme) – in eine „Forderung aus Lieferung und Leistung“ (bei Zuerkennung eines Zahlungsziels beim Begleichen der Rechnung) um.
b) Typische Dienstleistungen
Wie bereits vorher ausgeführt, konzentriert sich der Unternehmer Max Muster auf das Gewinnen von Kunden, die bereits ein E-Auto fahren und die naturgemäß daran interessiert sind, dass anfallende Wartungsarbeiten an diesem Fahrzeug-Typ fach- und qualitätsgerecht zu akzeptablen Preisen ausgeführt werden.
In der Regel sind diese Wartungsarbeiten mit notwendigen Reparaturen (mit Teileaustausch) verbunden.
Bei E-Autos können die Inspektionen zwar in größeren zeitlichen Abständen durchgeführt werden als bei Fahrzeugen mit einem Verbrennungsmotor, dennoch sollte .besonders darauf geachtet werden, dass insbesondere die Batterie sachgerecht gepflegt wird.
Der Unternehmer Max Muster macht in seinem Firmen-Flyer darauf aufmerksam, dass E-Autos aufgrund der Hochspannung der Batterie und der komplizierten Elektronik nur in speziellen Werkstätten mit geeignetem Personal gewartet werden sollten und dass sein Unternehmen in der Lage ist, diese Wartungs- und ggf. Reparaturarbeiten fachgerecht auszuführen.
Unter dem Aspekt der Kundenzufriedenheit und der Kundenbindung bietet der Unternehmer des Weiteren verschiedene Handelswaren zum Kauf an. Zu diesem Sortiment von Handelswaren gehören zum Beispiel Taschenlampen, Warnwesten, Warnkreuze, aber auch Fahrräder mit Elektroantrieb.
c) Fertigung von Produkten
Auch typische Dienstleistungsunternehmen können daran interessiert sein, außer Dienstleistungen auftragsgemäß oder mit Eingehen eines Marktrisikos – auch Produkte (Erzeugnisse) zu fertigen, um das Leistungsangebot breiter zu fächern..
So hat der Unternehmer Max Muster den Auftrag angenommen, für einen Kunden E-Scooter (in Sonderausführung) herzustellen.
In diesem Falle werden erst Umsätze n a c h Erwerb der Produkte durch Kunden erzielt.








