Phase 4: Kapitalwandlung (Fallbeispiel)

7.4.1  Fallbeispiel Max Muster e. K.: Absatzleistung, Aufwendungen

a)  Absatzleistung

Wir nehmen an, dass die im ersten vollen Monat der Aufnahme des Geschäftsbetriebs des jungen Unternehmens erstellten Leistungen in der Tat zu folgenden realisierten Umsätzen geführt haben (Angaben in [EUR]):

Nr.LeistungNettobetrag [EUR]USt. (19 %)Bruttobetrag [EUR]Haben die Kunden bezahlt?
1Verkauf der fertigen E-Scooter6.950,001.320,508.270,59noch nicht
2Verkauf von Handelswaren320,0060,80380,80JA (Kasse)
2Wartungsleistungen bei E-Autos5.400,001.026,006.426,00JA

Hinweis: Der Unternehmer hat die Umsatzsteuer-Voranmeldung (mit USt. Und VoSt.) immer noch nicht eingereicht!


b) Getätigte Aufwendungen, Auszahlungen

Es wird angenommen, dass in der Phase 4 folgende weitere Aufwendungen verursacht wurden: 

Nr.PositionNettobetrag [EUR]USt. (19 %)Bruttobetrag [EUR]Leistungen bezahlt?
1Verbrauch von RHB-Positionen100,00   
2Verbrauch von Handelswaren220,00   
3Werbungskosten (Tag der offenen Tür)310,0058,90368.90JA
4Energierechnung540,00102,60642,60JA
5Unterhaltsreinigung290,0055,10345,10JA


7.4.2  Fallbeispiel Max Muster e. K.: Marketing-Konzeption

a)  Marketing-Konzeption als Bestandteil des Businessplanes

Auf vorhergehenden Seiten wurde dargelegt, dass eine bereits fundiert ausgearbeitete Marketing-Konzeption ein zentraler Bestandteil eines Businessplanes sein muss.

Zu folgenden Punkten sind in diesem Konzept Aussagen und Ausführungen zu machen :

  • Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus einer Marktanalyse (betreffs der Umsetzung der konzipierten Geschäftsidee),
  • Qualitative und quantitative Marketing-Ziele,
  • Beschreibung der zum Erreichen der Marketing-Ziele konzipierten Marketing-Strategien,
  • Aussagen zur Ausgestaltung des daraus abzuleitenden Marketing-Mixes (Produkt/Leistungsangebot, Preise sowie Liefer- und Zahlungsbedingungen, Vertriebs- und Kommunikationspolitik),
  • Gestaltung der Marketing-Infrastruktur,
  • Aussagen zum Marketing-Budget,
  • Vorgehen bei der Marketing-Erfolgskontrolle.


b) Marketing-Konzeption im Fallbeispiel

Die im Businessplan des Unternehmers Max Muster enthaltene erste Fassung einer Marketing-Konzeption wurde nach Ingangsetzung des eigentlichen Geschäftsbetriebs überarbeitet.
Einzelheiten sind der nachstehend aufgeführten PDF-Datei zu entnehmen:

Marketing-Konzeption


7.4.3  Fallbeispiel Max Muster e. K.: Wirtschaftliche Situation

a)  Verfügbare Mittel – Erklärung der Mittelherkunft

Nach Abschluss der Phase 4 (Phase des Kapitalwandlung) wird wiederum die Aufgabe gestellt, zunächst die wirtschaftliche Situation des Beispiel-Unternehmens stichtagsbezogen durch  Gegenüberstellung der „verfügbaren Mittel“ zu Positionen „Erklärung der Mittelherkunft“ (mit Ausweis eines „Ergebnisses“) darzustellen.

In Fortsetzung der Darstellung der wirtschaftlichen Situation nach Phase 3 erhalten wir – unter Einbeziehung der Angaben zu Geschäftsvorfällen in Phase 4 – folgendes neues Bild:

Verfügbare Mittel Erklärung der Mittelherkunft
Positionen des Anlagevermögens Positionen des Eigenkapitals
Grundstück545.000,00 Eigenkapital (eigene Einlagen)607.800,00
Technische Anlagen (Betriebsmittel)96.000,00 Ergebnis10.285,00
Fahrzeuge40.000,00   
Betriebs-/Geschäftsausstattung112.800,00   
Positionen des Umlaufvermögens  Positionen des Fremdkapitals 
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren280,00 Verbindlichkeiten gg. Kreditinstituten85.000,00
Fertigerzeugnisse0,00 Verbindlichkeiten aus Förderkrediten150,000,00
Forderungen aLuL8.270,50 Verbindlichkeiten aLuL132.161,40
Sonstige Forderungen (Vorsteuer)429,40 Sonstige Verbindlichkeiten (USt)6.283,30
Bankguthaben189.549,99 Sonstige Verbindlichk. (Soz. Sicherheit)1.180.00
Kasse380,80   
Summe992.709,70 Summe992.709,70

Wichtig:
Die Position „Ergebnis“ bildet wieder den sog. „Restposten“, denn es gilt:

    Ergebnis = Summe verfügbare Mittel ./. Eigenkapital (Einlagen) ./. haftendes Eigenkapital ./. Verbindlichkeiten.

    Rechnerisch: 992.709,70 ./. 607.800,00 ./. 85.000,00 ./. 150.000,00 ./. 132.161,40 ./. 6.283,30 ./. 1.180,00 = 10.285,00 EUR.

Es ergibt somit ein Gewinn in Höhe von 10.285,00 EUR. Wie ist dieser Gewinn zu erklären?

Eine Antwort hierauf liefert die Gegenüberstellung von „Erträgen“ zu „Aufwendungen“ (siehe Folgeseite).


b)  Gegenüberstellung von Erträgen zu Aufwendungen

In Fortsetzung der Gegenüberstellung von Erträgen zu Aufwendungen nach Phase 3 erhalten wir – unter Einbeziehung der Angaben zu Geschäftsvorfällen in Phase 4 – folgendes neues Bild:

Erträge (Wertezufluss)
Erlöse aus Umsatz33.070,00 
Bestandsänderungen Fertigerzeugnisse0,00 
Summe Erträge 33.070,00
Aufwendungen (Werteverzehr)
Materialaufwendungen (RHB, Waren) 4.920,00
Personalaufwendungen 7.180,00
Abschreibungen (Sachanlagen) 0,00
  Bürobedarf260,00 
  Telekommunikationskosten380,00 
  Beratungskosten2.200,00 
  Gebühren (Notar, Grundbuch u. a.)1.100,00 
  Kfz-Kosten520,00 
  Werbungskosten2.670,00 
  Versicherungen1.800,00 
  Energieverbrauch540,00 
  Unterhaltsreinigung290,00 
Summe sonstige Aufwendungen 9.760,00
Zinsaufwendungen (Fremdkapital) 750,00
Steuern (Grundsteuer, Kfz-Steuer) 175,00
Summe Aufwendungen gesamt 22.785,00
Ergebnis (Erträge ./. Aufwendungen) 10.285,00

Die Rechnung stimmt offenbar, da sich auch aus dieser detaillierten Form einer Ergebnisrechnung (analog zur handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung) ein Gewinn von 10.285,00 EUR ergibt.