Phase 3: Kapital- und Personaleinsatz (Fallbeispiel)
6.4.1 Leistungserstellung
a) Vorbemerkungen
Dank eines guten Projektmanagements wird die Werkhalle, das Büro und der Parkplatz des neuen Unternehmens E-Car-Services Max Muster e. K. bereits nach 5-monatiger Bauzeit fertiggestellt. Bei der Eröffnungsfeier gibt es bereits wichtige Kontakte zu potenziellen Kunden. Die für die eigentliche Leistungserstellung vorerst benötigten zwei Fachkräfte konnten gewonnen und eingestellt werden. Die Ehefrau Annett Muster wird das Aufgabengebiet der Buchführung übernehmen. Der unmittelbare Geschäftsbetrieb des neuen Unternehmens kann nunmehr aufgenommen werden. Im hier betrachteten Fall geht es um die Ausführung von speziellen Dienstleistungen der Wartung und der Instandsetzung von Elektroautos. Als „Nebengeschäft“ werden den Kunden verschiedene Nützlichkeiten eines Autozubehörs (als Handelswaren) angeboten.
b) Erbrachte Leistungen
Nr.
Leistung
Nettobetrag [EUR]
USt. (19 %)
Bruttobetrag [EUR]
Haben die Kunden bezahlt?
1
Herstellung von E-Scootern
4.900,00
(Herstellungskosten)
2
Wartungsarbeiten an E-Autos
9.950,00
1.890,50
11.840,50
JA
3
Reparaturen an E-Autos
10.450,00
1.985,50
12.435,50
JA
c) Getätigte Aufwendungen, Auszahlungen
Nr.
Position
Betrag [EUR]
Hat der Unternehmer bezahlt?
1
Verbrauch an RHB-Positionen
3.820,00
2
Verbrauch an Handelswaren
780,00
3
Personalaufwendungen (Löhne)
4.100,00
JA
4
Personalaufwendungen (Gehälter)
1.900,00
JA
5
Personalaufwendungen (SV-Beiträge des Arbeitgebers)
1.180,00
Noch nicht bezahlt
6.4.2 Max Muster e. K.: Wirtschaftliche Situation
a) Verfügbare Mittel – Erklärung der Mittelherkunft
Nach Abschluss der Phase 3 (Phase des Kapital- und Personaleinsatzes) wird wiederum die Aufgabe gestellt, zunächst die wirtschaftliche Situation des Beispiel-Unternehmens stichtagsbezogen durch Gegenüberstellung der „verfügbaren Mittel“ zu Positionen „Erklärung der Mittelherkunft“ (mit Ausweis eines „Ergebnisses“) darzustellen.
In Fortsetzung der Darstellung der wirtschaftlichen Situation nach Phase 2 erhalten wir – unter Einbeziehung der Angaben zu Geschäftsvorfällen in Phase 3 folgendes neues Bild:
Verfügbare Mittel
Erklärung der Mittelherkunft
Positionen des Anlagevermögens
Positionen des Eigenkapitals
Grundstück
545.000,00
Eigenkapital (eigene Einlagen)
607.800,00
Technische Anlagen (Betriebsmittel)
96.000,00
Ergebnis
3.975,00
Fahrzeuge
44.760,00
Betriebs-/Geschäftsausstattung
112.800,00
Positionen des Umlaufvermögens
Positionen des Fremdkapitals
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren
600,00
Verbindlichkeiten gg. Kreditinstituten
85.000,00
Fertige Erzeugnisse
4,900,00
Verbindlichkeiten aus Förderkrediten
150.000,00
Forderungen aLuL
0,00
Verbindlichkeiten aLuL
132.161,40
Sonstige Forderungen (Vorsteuer)
212,80
Sonstige Verbindlichkeiten (USt)
3.876,00
Bankguthaben
184.479,60
Sonstige Verbindlichk. (Soz. Sicherh.)
1.180,00
Kasse
0,00
Summe
983.992,40
Summe
983.992,40
Wichtig: Die Position „Ergebnis“ bildet wieder den sog. „Restposten“, denn es gilt:
Es ergibt somit ein Gewinn in Höhe von 3.975,00 EUR. Wie ist dieser Gewinn zu erklären?
Eine Antwort hierauf liefert die Gegenüberstellung von „Erträgen“ zu „Aufwendungen“ (siehe Folgeseite).
b) Gegenüberstellung von Erträgen zu Aufwendungen
In Fortsetzung der Gegenüberstellung von Erträgen zu Aufwendungen nach Phase 2 erhalten wir – unter Einbeziehung der Angaben zu Geschäftsvorfällen in Phase 3 – folgendes neues Bild:
Erträge (Wertezufluss)
Erlöse aus Umsatz
20.400,00
Bestandsänderung Fertigerzeugnisse
4.900,00
Summe Erträge
25.300,00
Aufwendungen (Werteverzehr)
Materialaufwendungen (RHB, Waren)
4.600,00
Personalaufwendungen
7.180,00
Abschreibungen (Sachanlagen)
0,00
Bürobedarf
260,00
Telekommunikationskosten
380,00
Beratungskosten
2.200,00
Gebühren (Notar, Grundbuch u. a.)
1.100,00
Kfz-Kosten
520,00
Werbungskosten
2.360,00
Versicherungen
1.800,00
Summe sonstige Aufwendungen
8.620,00
Zinsaufwendungen (Fremdkapital)
750,00
Steuern (Grundsteuer, Kfz-Steuer)
175,00
Summe Aufwendungen gesamt
21.325,00
Ergebnis (Erträge ./. Aufwendungen)
3.975,00
Die Rechnung stimmt offenbar, da sich auch aus dieser detaillierten Form einer Ergebnisrechnung (analog zur handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung) ein Gewinn von 3.975,00 EUR ergibt.
c) Kalkulation von Preisen zu Dienstleistungen und Handelswaren
Da die Leistungserstellung in der Phase 3 des Kreislaufprozesses dem definierten Ziel dient, diese Produkte an Kunden zu verkaufen, muss der Unternehmer auch ein ausreichendes Know-how darüber verfügen, wie die Preise für seine Produkte zu kalkulieren sind.
Diese Preise sollen einerseits kostendeckend, besser gewinnbringend sein, zugleich aber auch nicht über dem Preisniveau für vergleichbare Leistungen in der betreffenden Branche liegen!1
Bei Dienstleistungen (wie Wartungs- und Reparaturarbeiten von E-Autos im betrachteten Fallbeispiel) nutzt der Unternehmer Max Muster folgendes Kalkulationsschema (mit fiktiven Beispielzahlen):
Nr.
Position
Einzel-Daten
Stundensatz [EUR/h]
Betrag [EUR]
Anmerkungen
1
Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Handelswaren
42,50
Verbrauchsmengen, bewertet zu Einstandspreisen
2
Arbeitszeit
4 h
55,00
220,00
zur Ermittlung des Stundensatzes siehe Anmerkung weiter unten
3
Zwischensumme
262,50
4
Gewinnzuschlag
16 %
42,00
Basis Zwischensumme
5
Netto-Preis der Leistung
304,50
Ausweis auf der Rechnung
6
Umsatzsteuer
19 %
57,85
7
Rechnungspreis
362,35
Beim Verkauf von Handelswaren nutzt der Unternehmer Max Muster folgendes Kalkulationsschema (mit fiktiven Beispielzahlen):
Nr.
Position
Einzel-Daten
Preis [EUR/ME]
Betrag [EUR]
Anmerkungen
1
Warenposition …
4 ME
12,50
50,00
Verbrauchsmengen, bewertet zu Einstandspreisen
2
Handlungskosten
43,50 %
21,75
zur Ermittlung des Handlungs-kostensatzes siehe Anmerkung weiter unten